Die Geschichte

VON TAUSENDUNDEINEM TRAUM

Wie der Traum vom Restaurant Le Cèdre zur Wirklichkeit wurde

Maurice Houraibi, der Gründer der Le-Cèdre-Restaurants, hatte viele Träume. Zweifelsfrei reicht das Träumen allein nicht, um etwas Grosses zu vollbringen. Deshalb macht er sich im Alter von 27 Jahren auf den Weg in die Schweiz. Seine Reise führt ihn von Genf nach Bäretswil, wo er sich schnell zurechtfindet und sich seinen Lebensunterhalt im Gastgewerbe verdient. Der Traum vom eigenen Restaurant lässt ihn jedoch nicht los – wieder packt er seine Sachen und zieht in die Zürcher City.


Ein libanesisches Restaurant, mitten in Zürich! Wie soll das möglich sein, in einem fremden Land, in dem man weder der Sprache mächtig ist, noch die Gesetze kennt?

«Viele Leute haben mir geholfen und mich unterstützt. Wenn ich heute zurückschaue, denke ich, dass es ohne diese Menschen nicht möglich gewesen wäre. Ich werde keinen einzigen von ihnen vergessen und jedem ewig dankbar sein.»

Die zahlreichen Wegbegleiter und Gönner hat Maurice gewiss auch seiner offenen und korrekten Art zu verdanken.


Das Vorhaben, als erstes Restaurant in Zürich libanesische Spezialitäten anzubieten, ist ambitioniert – zu ambitioniert für den Anfang. Die Gäste sind sich Pizza, Spaghetti und Lasagne gewohnt. Die meisten Besucher haben noch nie etwas von Hommos oder Mezzeh gehört, noch dazu sind die Berührungsängste in den 90er Jahren sehr ausgeprägt.

«Es gab Abende, da konnten wir lediglich einen einzigen Gast begrüssen, aber für diesen haben wir gekocht, als hätten wir das ganze Haus voll. Danach sassen wir da, der Verzweiflung nahe, und überlegten uns, wie es weitergehen soll.»

Maurice beschliesst, mittags weiterhin italienische Menüs anzubieten und die Gäste abends von den libanesischen Gerichten kosten zu lassen. Auf diese Weise entwickelt sich das Restaurant schnell zu einem Geheimtipp, und die Geduld des Le-Cèdre-Teams wird schliesslich belohnt. Nach und nach finden auch bekannte Persönlichkeiten den Weg ins Lokal, und ein regelrechter Medienhype entsteht rund um das Le Cèdre und seinen Inhaber. Auch heute, 19 Jahre später, hält die Aufmerksamkeit der Medien immer noch an.


Ausschlaggebend für den Erfolg von Maurice Houraibi ist ausser seinem Geschäftssinn und seinem Fleiss auch der Zusammenhalt der Familie. Der eine Bruder arbeitet seit der Eröffnung als Koch im Le Cèdre an der Badenerstrasse, der andere führt das Restaurant am Bellevue, das 2009 eröffnet wurde.


Bei so viel Betriebsamkeit wundert es nicht, dass es in Zukunft nicht bei drei Restaurants bleiben soll.

«Es geht weiter, ich habe noch viele Träume. Mindestens tausend.»

Im Gespräch mit Maurice spürt man seinen starken Wunsch, verschiedene Kulturen zusammenzubringen und zu zeigen, dass ein Miteinander funktionieren kann.

«Dafür braucht es Toleranz und Liebe. Und diese geht ja bekanntlich durch den Magen.»