Der Libanon

Übersicht

Geographie

Wirtschaft

Knigge, Verhaltensregeln

Feiertage

Essen & Trinken

Musik

Bildergalerie

 

Übersicht
Name Libanesische Republik (al-Djumhuriya al-Lubnaniya)
Lage

Im östlichen Mittelmeer mit 210 km Küstenlänge, grenzt im Norden und Osten an Syrien, im Süden an Israel.

Fläche 10'452 km2
Klima

An der Küste und im küstennahen Hügelland ist der Sommer heiß und schwül, der Winter kühl und regnerisch. Die schönste Zeit des Jahres ist der späte Frühling, wenn zwischen Anfang April und Mitte Juni die Temperaturen noch gemäßigt sind und alles grünt und blüht. Auch der Herbst, besonders der Oktober, ist eine gute Reisezeit, doch kann es dann schon die ersten Winterregen geben. Das Hügelland liegt besonders in den Übergangsjahreszeiten oft in feuchtem Nebel, während in den Bergen die Sonne scheint. Im Bergland ist der Sommer kühl und angenehm, viele Bergdörfer wurden im letzten Jahrhundert allmählich zu Sommerfrischen: Dafür hält sich der Winter lang, Schnee kann vom Dezember bis in den Mai liegenbleiben. Die Beqaa im Regenschatten des Libanongebirges hat trockene, sehr heiße Sommer und kalte, schneearme Winter.

Einwohner

4 Mio. darunter ca. 16'000 Armenier als libanesische Staatsangehörige und 350'000 Palästinenser; 87 % der Bevölkerung wohnt in Städten.

Hauptstadt Beirut
Flagge Grüne Zeder auf weißem Grund zwischen zwei horizontalen roten Streifen.
Staatsform

Republik seit 1926, Verfassung 1926, zuletzt geändert 1995; volle Unabhängigkeit seit 1943; Parlament mit je 64 Sitzen für Christen und Muslime, Präsident muß maronitischer Christ, Regierungschef Sunnit, Parlamentssprecher Schiit sein.

Sprache

Amtssprache Hocharabisch, Umgangssprachen syrolibanesisches Arabisch, Minderheiten sprechen Armenisch und Kurdisch; Bildungssprachen Französisch und Englisch weit verbreitet.

Religionen 52 % Muslime, 39 % Christen, 7 % Drusen, 2 % Andere.
   
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Geographie
Landschaft zwischen Meer und Zedern
 

Daß man von der Küste des Mittelmeers zum Yoghurt-Weiß des Gebirges nur eine Autostunde fährt, hat sicher einen erheblichen Anteil an der Faszination dieses Landes. Daß man dabei mehrere Klimazonen passiert und aus duftenden mittelmeerischen Gefilden in karge alpine Flora aufsteigt, gleichermaßen.

Theoretisch kann man das maximal 210 km lange und 60 km breite Land an einem einzigen Tag durchfahren, ohne sich sonderlich anzustrengen. Der Libanon ist mit ca. 10 500 km2 im internationalen Maßstab ein Flächenzwerg, aber ein Riese, wenn es um seine landschaftliche, kulturelle und historische Vielfalt geht:

Was hier auf einem winzigen Gebiet zusammengepfercht ist, muß anderswo für die zwanzigfache Fläche reichen.

Gebiete von Libanon

Libanon ist das Tor zum Orient. Bevorzugt durch seine geographische Lage, sein Klima und seine Naturschönheiten wurde dieses Land seit biblischen Zeiten bis heute von Poeten und Reisenden gepriesen. Am Schnittpunkt von drei Kontinenten war Libanon während Jahrhunderten ein Schmelztiegel vieler Zivilisationen, deren Spuren man heute noch begegnet. Zwei grosse Gebirge durchziehen das Land parallel zur Mittelmeerküste von Norden nach Süden. Zwischen den beiden Gebirgen erstreckt sich die fruchtbare Bekaa-Ebene. Im Winter sind die Berge schneebedeckt und haben dem Land auch seinen Namen gegeben. "Lubnan" ist arabisch und heisst "weiss", was sich auf die weissverschneiten Berge bezieht. An der Küste liegen fünf Orte aus dem alten Phönizien: Berytus (Beirut), Byblos, Sidon, Tripoli und Tyrus. Von Beirut, der Boomtown am Mittelmeer, zu den Zedern und Schneegipfeln im Libanongebirge und nach Byblos, einer der ältesten Siedlungen der Welt. Vom Basarzauber und der Kreuzfahrerburg in Tripoli nach Baalbeck zum grössten Tempel, den die Römer je gebaut haben. Hier leben Christen, Drusen und Muslime auf engstem Raum zusammen. Und hier vermischen sich Orient und Abendland zu faszinierenden Bildern zwischen Nachtklubs und Bergklöstern, Stränden und Zedernwäldern.

Beirut



Beirut wurde auf der grössten felsigen Halbinsel an der Küste, ungefähr in der Mitte des Landes erbaut. Später ist es dann die Hauptstadt der modernen Nation geworden, aber in alten Zeiten wurden der Tiefseehafen und die zentrale Lage nicht so sehr zur Kenntnis genommen und die Stadt stand im Schatten von mächtigeren Nachbarn. Das moderne Beirut hat heute über 1,5 Million Einwohner und ist das kulturelle und geschäftliche Zentrum des Landes. Der Bürgerkrieg liess vom ehemaligen Stadtzentrum nur Ruinen übrig, die geschäftliche Tätigkeit wurde während dieser Jahre in andere Teile der Stadt verlegt. Anfang der neunziger Jahre wurde ein Projekt ausgearbeitet, welches Beirut einer modernen Stadt mit viel orientalischem Einfluss erstehen lassen will.

Byblo



(Jbail) ist eine der ältesten Städte der Welt, sie geht zurück auf mindestens 9000 Jahre. Das Aufblühen und der Niedergang von nahezu zwei Dutzend Kulturen der Menschheit machen diesen Ort zu einer der reichsten archäologischen Zonen im Mittleren Osten. Byblos hat der Bibel ihren Namen gegeben und das erste lineare Alphabet, Vorgänger von unserem Alphabet, ist hier entstanden. Das moderne Byblos liegt 36 km nördlich von Beirut, der alte römische Hafen wurde wieder instandgestellt, und die nahegelegenen weitläufigen Ausgrabungen erinnern an die Vergangenheit, welche von der Steinzeit bis zum Zeitalter der Kreuzritter reicht. Die Altstadt mit ihren Kaffeehäusern und Restaurants und mit ihren archäologischen Zonen ist ein beliebtes Wochenendausflugsziel der Bewohner von Beirut.

Tripoli



(Trablos), liegt 85 km nördlich von Beirut und ist die zweitgrösste Stadt in Libanon. Vom Fusse der Zitadelle erstreckt sich die Altstadt bis zum internationalen Hafen. Von den Mameluken stammen die Moscheen Teynal und Al-Attar. Islamische Religionsschulen, bekannt unter dem Namen Madrassahs, sind Zeugen seiner brillianten Zeit Tripolis im Mittelalter. Der alte Basar, die Türme, Karawansereien und Bäder tragen viel zum orientalischen Charme dieser Stadt bei.

 

 

Sidon



(Saida) heisst fischen und heute noch laufen täglich die Fischerboote aus dem kleinen pittoresken Hafen aus. Sidon war die drittgrösste Phönizische Stadt neben Byblos und Tyrus. Im Meer liegt eine Burg, von den Kreuzrittern 1228 erbaut, und bewacht die Hafeneinfahrt. Die Grosse Moschee, die Burg St.Louis, der Phönizische Tempel, dem Gott Eshmoun geweiht, und die Katakomben sind einige der Relikte aus Sidons eindrücklicher Vergangenheit. Die Stadt liegt 41 km südlich von Beirut.

Tyrus



(Sour) wurde in alten Zeiten auf einer kleinen Felsinsel nahe der Küste erbaut. Im 10.Jahrhundert v. Chr. baute König Hiram vor Tyrus zwei Häfen und einen Tempel auf dem Festlandsektor der Stadt. Zu diesen Zeiten entstand die bekannte Industrie von Phönizischem Glas. Hinter den Mauern der Altstadt trotzten die Einwohner von Tyrus währen 13 Jahren erfolgreich Nebukadnezar. In biblischer Zeit verwandelte Jesus in Qana (Kanaa), in der Nähe von Tyrus, Wasser zu Wein. 1980 wurde Tyrus wegen seiner römischen und phönizischen Bauten von der UNESCO zum Erbe der Menschheit und als schützenswerte Stadt anerkannt. Tyrus liegt 79 km südlich von Beirut.

 

 

Baalbeck



Die Akropolis von Baalbeek, im Bekaa Tal, 85 km von Beirut gelegen, ist das grösste und besterhaltene Bauwerk der römischen Architektur, welches es heute zu sehen gibt. Die Tempel sind den Göttern Jupiter, Venus und Bachus gewidmet. Sie wurden im 2. und 3. Jahrhundert nach Chr. erbaut. Sehr eindrücklich sind die sechs höchsten Säulen der Welt, welche am Ort des ehemaligen Jupiter-Tempels in den Himmel ragen.

 

 

Aanjar



Ebenfalls im Bekaa-Tal liegt Aanjar, Libanons einzige ummauerte Stadt. (58 km von Beirut). Die Steine und Felsblöcke wurden auf Befehl von Omayyad Kalif al-Walid im frühen 8. Jahrhundert an diesen Ort gebracht. Die Ruinen und wiederaufgebauten Plätze, Bäder und Mauern erinnern an die Zeit, als der Islam seinen Einfluss von Damaskus bis Spanien und Indien geltend machte.

 

 

   
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Wirtschaft

Der Schwerpunkt der libanesischen Wertschöpfung lag schon vor dem Bürgerkrieg im Dienstleistungssektor.

Genauer gesagt im Banken- und Versicherungsgewerbe, das den gesamten Vorderen Orient bedient, im Gast und Beherbergungsgewerbe und im Kommunikationssektor.

Die Landwirtschaft, heute nur noch mit 7 % am Bruttoinlandsprodukt beteiligt, bringt einigen wenigen Investoren ein Einkommen.

   
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Knigge, Verhaltensregeln
Was Sie tun sollten:
 

- Ein paar Brocken Arabisch lernen, Grußformeln, danke schön, bitte sehr, ich heiße...
Ihr Gesprächspartner beherrscht sicher Englisch oder Französisch - der Libanon ist ein polyglottes Land -, aber freut sich dennoch über ein paar Worte in seiner Sprache.

- Kirchen und Moscheen in züchtiger Kleidung besuchen, Arme und Beine sollten bis unter die Knie bedeckt sein, kurze Hosen und Miniröcke sind off limits.

 
Was Sie keinesfalls tun sollten:

- Ihren aus Mitteleuropa stammenden Fahrstil hier einführen zu wollen. Die Libanesen fahren, was das Zeug hält! Wenn Sie nicht in Gefahr kommen wollen, müssen Sie mit den Wölfen heulen und ebenfalls aggressiv fahren. Noch besser ist es, nicht selber zu fahren: Ein Fahrer mit Mietwagen und Taxi kostet etwas mehr, spart aber Nerven.

   
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Feste und Feiertage
Private Feiern

Geburt, Taufe, Hochzeit und Begräbnis sind die wichtigsten privaten Feiern libanesischer Familien im Lebenslauf.

 

 

Nationale Fest- und Feiertage

Im Jahresverlauf kommen eine Reihe von Festtagen hinzu, wie etwa die international üblichen staatlichen Feiertage Neujahr (1. Jan.) und Maifeiertag (1. Mai). Desweiteren existieren zwei nationale Feiertage, die im Prinzip von allen Religionsgruppen begangen werden, der Unabhängigkeitstag, der den Abzug des letzten französischen Soldaten im Jahre 1946 feiert (22.Nov.), und der Märtyrertag (6.Mai), an dem der Opfer des israelischen Überfalls (am 6.Mai 1996) auf ein UN-Krankenhaus im südlibanesischen Qana gedacht wird.

Religiöse Feiertage

Darüber hinaus gibt es eine Reihe konfessioneller Feiertage, die von den religiösen Gruppen der Katholiken, Orthodoxen, Sunniten und Schiiten gefeiert werden.

   
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Essen und Trinken

 

Gemeinsames Essen ist der wichtigste soziale Akt im Land zwischen Meer und Zedern. Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern vor allem Gelegenheit zum Gespräch mit Familie und Freunden, die Zubereitung ist nicht lästige Arbeit, sondern eine schöpferische Tätigkeit. Bei Christen und im muslimischen Mittelstand speist die Familie gemeinsam.
Man isst, wenn möglich, in anregender Umgebung: In einem schönen Restaurant, das für eine bestimmte Speise oder für seine Lage berühmt ist - möglichst an fließendem Wasser, was besonders im Sommer den Genuss durch die kühle Atmosphäre der Umgebung steigert. Man speist nicht abgeschlossen von den anderen: Freunde und Bekannte werden an den Tisch gebeten, ebenso die neugierigen Fremden, die zufällig bei einem Picknick vorbeikommen. Hauptstärketräger sind traditionell Fladenbrot und Weizen. Das Fladenbrot kommt möglichst warm zu Tisch, da es kalt schnell zäh wird - eine Mahlzeit ohne Fladenbrot ist undenkbar!

   
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Musik

Arabische Musik unterscheidet sich stark von der Musik europäischer Tradition. Die Rhythmen sind anders, die Melodiebögen oftmals sehr lang und Variationen für den Uneingeweihten nur gering und langatmig.

Die Instrumente selbst sind in anderer Form auch in Mitteleuropa bekannt. Eines hat sogar den deutschen Namen gegeben:
al-ud, die Laute.

Der libanesische und arabische Star der Stars ist die aus Beirut stammende Sängerin Fairuz, die in Musikaufführungen, auf Platten und in den für sie geschaffenen Rahbani-Musicals ihr Publikum verzaubert.

   
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Bildergalerie

     
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